Das Wichtigste in drei Punkten
- Siedepunkte: Propan ca. minus 42 °C, Isobutan ca. minus 11,7 °C, Butan ca. minus 0,5 bis minus 1 °C.
- Graue deutsche Tauschflaschen enthalten Propan, Campingaz-Flaschen Butan. In Frankreich, Italien und Spanien ist Butan verbreitet.
- Laut ADAC reichen 11 kg Gas im Winter nur zwei bis drei Tage, eine Zweiflaschenanlage und ein beheizter Regler sind sinnvoll.

Im Winter funktioniert Propan, Butan nicht. Propan siedet bei etwa minus 42 °C, Butan schon um den Gefrierpunkt: pincamp nennt minus 1 °C, camperstyle minus 0,5 °C. Darunter bleibt Butan flüssig in der Flasche liegen, und Heizung, Kühlschrank und Kocher bekommen kein Gas mehr, obwohl die Flasche noch schwer ist.
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Die Gase im Vergleich
| Gas | Siedepunkt | Wo du es typischerweise bekommst | Wintertauglich |
|---|---|---|---|
| Propan | ca. minus 42 °C | graue Stahl- und Alu-Tauschflaschen, rote Pfandflaschen | ja |
| Isobutan | ca. minus 11,7 °C | Kartuschengemische | eingeschränkt |
| Butan | ca. minus 0,5 bis minus 1 °C | blaue Campingaz-Flaschen, Schraub- und Stechkartuschen | nein |
Die Zuordnung der Flaschen stammt von camperstyle, die Siedepunkte von pincamp und camperstyle. pincamp bestätigt außerdem, dass Campingaz in seinen Flaschen Butan verwendet. Der ADAC empfiehlt, die Gasanlage im Winter möglichst nur mit reinem Propan zu betreiben.
Gemische in Deutschland und im Ausland
Beim Tankgas gehen die Angaben auseinander. Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) schreibt, die frühere Umstellung zwischen Sommer- und Wintergas komme immer seltener vor, der Propananteil liege heute meist bei mindestens 95 Prozent. Camping-Ratgeber wie camperstyle nennen für Tanksysteme dagegen saisonale Mischungen von etwa 40 zu 60 im Sommer und 60 zu 40 im Winter. Für Gastanks und Tankflaschen lohnt deshalb die Frage an der Station.
Im Ausland wird es bunter. In Österreich und Polen gibt es dieselben Flaschen wie in Deutschland. In Frankreich leihst du landesübliche Flaschen gegen rund 35 Euro Pfand und brauchst einen Adapter. Dort gibt es Propan- und Butanflaschen, die sich in Füllung und Farbe unterscheiden. In Spanien verleihen große Tankstellenketten Flaschen gegen Pfand. Butan ist laut camperstyle auf vielen Campingplätzen in Frankreich, Italien und Spanien verbreitet. Für Butan und Propan gibt es unterschiedliche Sicherheitsventile, darauf weist pincamp hin.
Rechenbeispiel: ein Wochenende bei Frost
Der ADAC schreibt in seinen Wintercamping-Tipps, dass 11 kg Gas im Winter nur etwa zwei bis drei Tage reichen. Für vier Nächte bei minus 5 °C bedeutet das:
- Bedarf bei zwei bis drei Tagen pro Flasche: rund 15 bis 22 kg Gas.
- Zwei volle 11-kg-Propanflaschen decken das knapp ab. Reserve hast du keine, wenn es kälter wird.
- Eine Campingaz-Flasche fasst laut pincamp höchstens 2,8 kg. Selbst bei Plusgraden wäre sie in weniger als einem Tag leer, bei Frost liefert sie überhaupt kein Gas mehr.
Der ADAC empfiehlt für den Winter eine Zweiflaschenanlage mit automatischer Umschaltung und einen elektrisch beheizten Druckregler. Dann geht dir nachts nicht unbemerkt das Gas aus.
Typische Fehler
- Der Flasche nach Gewicht trauen. Bei Butan kann die Anzeige noch halb voll zeigen, während nichts mehr verdampft (pincamp).
- Butansumpf im Tank. Bei Kälte verdampft Propan zuerst, Butan bleibt zurück. Wer immer wieder nachfüllt, ohne den Tank leer zu fahren, hat irgendwann einen vollen, aber nutzlosen Tank, beschreibt camperstyle.
- Propan in eine Butanflasche füllen. Im Forum des VW California Clubs warnen Nutzer davor, weil Butanflaschen dem höheren Propandruck nicht standhalten. Propan gehört nur in dafür zugelassene Flaschen mit passendem Ventil.
- Den Regler vereisen lassen. Ursache ist laut camperstyle der Kälteeffekt bei der Entspannung des Gases zusammen mit Restfeuchte, nicht das Propan selbst.
- Butanflaschen falsch wärmen. Im selben Forum berichten Nutzer, dass eine fast leere Butanflasche bei Kälte zuerst aufgibt und ein Wechsel auf eine volle Flasche half. Die Flasche einzupacken, brachte dort keinen Erfolg.
Zur Sicherheit: Die fest eingebaute Gasanlage muss nach Angaben des DVFG alle zwei Jahre von einem Sachkundigen geprüft werden. Gasgeräte darfst du nur nutzen, wenn das Fahrzeug im Freien steht, also nicht in Garagen oder auf Fähren.
Praxistipps für Frost
- Halte den Abgaskamin und die Ansaugöffnungen der Gasheizung frei von Schnee und Eis. In schneereichen Gegenden hilft eine Kaminverlängerung.
- Für den Kartuschenkocher gibt es Wintergas aus Propan und Isobutan. PiNCAMP nennt als Beispiel das Primus Wintergas, das bis minus 22 °C funktioniert.
Quellen
- pincamp: Wintergas beim CampingSiedepunkte Propan minus 42 °C, Isobutan minus 11,7 °C, Butan minus 1 °C; Anzeige kann bei Butan halb voll zeigen, obwohl nichts mehr verdampft.
- camperstyle: Propan oder ButanPropan in grauen und roten Flaschen, Butan in blauen Campingaz-Flaschen; Butan minus 0,5 °C; Mischungen 40/60 und 60/40; Butansumpf; Reglervereisung.
- pincamp: Gasflaschen und GasversorgungCampingaz nutzt Butan, höchstens 2.800 g; unterschiedliche Sicherheitsventile für Butan und Propan; Länderhinweise Frankreich, Spanien, Italien, Österreich, Polen; Pfand ca. 35 Euro.
- DVFG: FAQUmstellung Sommer-/Wintergas kaum noch üblich, Propananteil meist mindestens 95 Prozent; Füllstand temperaturabhängig.
- DVFG: Tipps für WohnmobileinsteigerGasprüfung alle zwei Jahre; Gasgeräte nur bei Fahrzeug im Freien, nicht in Garagen oder auf Fähren.
- ADAC: Tipps für Winter-Camping11 kg Gas reichen im Winter etwa zwei bis drei Tage; Zweiflaschenanlage mit Umschaltung; beheizter Druckregler.
- VW California Club Forum: Camping gas freezingNutzerberichte zu Butanflaschen, die bei Kälte versagen; Warnung, Propan nicht in Butanflaschen zu füllen; volle Flasche half.
- promobil: Wintercamping im Caravan, die besten Tipps (31.01.2014)Kamin und Ansaugöffnungen schnee- und eisfrei halten, Kaminverlängerung in schneereichen Regionen