Strom und Solar

Landstrom am Campingplatz: Wie viel Ampere und was läuft gleichzeitig?

4 Min. Lesezeit · 10 Quellen · Stand Oktober 2026

Kurz gesagt: Rechne Ampere mal 230 Volt: 6 A ergeben rund 1.380 W, 10 A rund 2.300 W und 16 A rund 3.680 W, und diese Summe gilt für alle Geräte zusammen. Frag an der Rezeption nach der Absicherung deines Stellplatzes und schalte Elektroheizung, Wasserkocher und Kaffeemaschine nacheinander statt gleichzeitig ein.

Das Wichtigste in drei Punkten

  • Stromsäulen auf Campingplätzen sind laut TCS und Fritz Berger mit 4 bis 16 A abgesichert, kleine Plätze in Südeuropa lösen nach promobil teils schon bei 3 A aus.
  • Fliegt die Leitungsschutzsicherung, war es Überlast; fliegt der FI-Schalter, steckt meist ein Fehlerstrom durch Feuchtigkeit, ein defektes Kabel oder ein Gerät dahinter.
  • Das Anschlusskabel sollte nach pincamp und promobil vom Typ H07RN-F 3G2,5 sein, höchstens 25 m lang, aber lang genug für weit entfernte Säulen, und auf der Trommel immer komplett abgerollt.
Symbolbild zur Frage: Landstrom am Campingplatz: Wie viel Ampere und was läuft gleichzeitig?
Symbolbild, mit KI erstellt.

Wie viel Leistung du am Campingplatz ziehen darfst, steht nicht am Stecker, sondern an der Sicherung der Stromsäule: Ampere mal 230 Volt ergibt die Watt, die alle eingeschalteten Geräte zusammen nicht überschreiten dürfen. Der blaue CEE-Stecker selbst ist für 16 A ausgelegt, die Säule dahinter oft für deutlich weniger.

Passend zu dieser Frage

  • Verlängerung mit 2,5 mm² für den CampingplatzCEE-Verlängerung 25 m, 2,5 mm²Bei Amazon ansehen

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Die Rechnung: Ampere mal 230 Volt

Laut dem Schweizer Touring Club TCS und dem Ratgeber von Fritz Berger sind Stellplatzanschlüsse mit 4 bis 16 A abgesichert. promobil nennt für Deutschland meist 10 bis 16 A und warnt, dass kleine Plätze in Südeuropa schon bei 3 A abschalten können. Die Gerätewerte in der Tabelle stammen aus promobil (Kühlschrank 175 W, Batterieladegerät 250 W), aus den Truma-Daten zur Combi E (Heizstäbe mit 900 W oder 1.800 W) und aus Fritz Berger (Wasserkocher 850 W, Kaffeemaschine ab 1.500 W).

AbsicherungMaximale LeistungWas realistisch gleichzeitig läuft
4 Aca. 920 WKühlschrank und Ladegerät, sonst kaum etwas
6 Aca. 1.380 WElektroheizung auf 900 W plus Kühlschrank und Ladegerät
10 Aca. 2.300 WHeizung auf 1.800 W plus Kühlschrank, aber kein Wasserkocher dazu
16 Aca. 3.680 WHeizung auf 1.800 W, Kühlschrank, Ladegerät und kurz ein Wasserkocher

Ein Verteiler oder Doppelstecker ändert daran nichts. promobil betont, dass Absicherung und verfügbare Leistung gleich bleiben, auch wenn du mehr Steckdosen hast.

Rechenbeispiel: 10-A-Platz an einem kalten Abend

Du heizt elektrisch mit der Combi E auf 1.800 W, also rund 7,8 A. Dazu kommen der Kühlschrank mit 175 W (0,8 A) und das Ladegerät mit 250 W (1,1 A). Zusammen sind das 2.225 W oder etwa 9,7 A. Das hält gerade noch. Schaltest du jetzt den Wasserkocher mit 850 W (3,7 A) ein, landest du bei rund 13,4 A, und die 10-A-Sicherung löst aus.

Stellst du die Heizung vorher auf 900 W zurück, kommst du mit Wasserkocher auf 2.175 W, also etwa 9,5 A. Das passt. Bei Geräten mit Kompressor, etwa Klimaanlage oder Kompressorkühlschrank, rechnet promobil zusätzlich mit einem Anlaufstrom vom Drei- bis Vierfachen der Nennleistung. Diese Spitze reicht oft schon für den Auslöser.

Sicherung oder FI: zwei verschiedene Ursachen

Die Leitungsschutzsicherung reagiert auf zu viel Strom. Der FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, RCD) reagiert dagegen, wenn Strom dort abfließt, wo er nicht hin soll. Nach DIN VDE 0100-708 in der Ausgabe 2010 braucht jede Stellplatzsteckdose einen eigenen FI mit höchstens 30 mA. Diesen Punkt nennt auch der Kabelhersteller Brennenstuhl in seinem Hilfebereich und hält einen zusätzlichen mobilen PRCD für optional.

Löst der FI schon aus, wenn noch gar nichts eingeschaltet ist, liegt es selten an der Last. Dann lohnt der Blick auf nasse Steckverbindungen, ein beschädigtes Kabel oder ein Gerät im Fahrzeug.

Kabel, Trommel und Adapter

  • Kabeltyp: pincamp und promobil nennen als Mindeststandard H07RN-F mit 3 × 2,5 mm², ausgelegt für den Dauereinsatz im Freien.
  • Länge: so lang wie nötig, aber nicht länger als 25 m. Auf großen Plätzen reicht ein kürzeres Kabel oft nicht bis zur Säule, deshalb rät promobil, ein 25-m-Kabel an Bord zu haben. Mehr als 25 m sind laut pincamp, promobil und dem Kabelhersteller Brennenstuhl (mit Verweis auf DIN VDE 0100-721 und 0100-708) nicht vorgesehen, und zwei Kabel hintereinanderstecken ist ebenfalls tabu. TCS weist darauf hin, dass einige Länder die 25-m-Grenze ausdrücklich vorschreiben. Liegt die Säule weiter weg, frag nach einem näheren Platz.
  • Trommel: immer komplett abrollen. Aufgewickelt wirkt das Kabel wie eine Spule und kann sich so stark erhitzen, dass es brennt. Eine Thermosicherung an der Trommel ist laut promobil Pflicht.
  • Adapter: In der Schweiz brauchst du einen Adapter auf SEV 1011, in Großbritannien einen für die dreipoligen UK-Dosen. Ältere Plätze in Spanien oder Italien haben teils nur Schuko-Dosen, dort hilft ein kurzer Adapter von Schuko auf CEE direkt an der Säule. Das ist eine Notlösung (promobil), die Strecke bis zum Fahrzeug bleibt dein CEE-Kabel. Nicht erlaubt ist laut pincamp, ein normales Schuko-Verlängerungskabel per Adapter zur Fahrzeugzuleitung zu machen.

Typische Fehler aus Tests und Ratgebern

  • Kabeltrommel halb aufgewickelt betreiben, ein Punkt, den promobil und pincamp gleichermaßen nennen.
  • Billige Trommeln mit dünnem Querschnitt und Steckdosen ohne Spritzschutz verwenden.
  • Eine Säulensteckdose über einen Verteiler mit dem Nachbarfahrzeug teilen. Die Absicherung reicht dann für zwei nicht.
  • Mehrstufige Geräte direkt auf höchster Stufe starten. promobil rät, klein anzufangen und nach dem Anlaufen hochzuschalten.
  • Nach einem Auslösen alles gleichzeitig wieder einschalten, statt die Geräte mit hohem Anlaufstrom zuerst zu starten.

Praxistipps

  • Reihenfolge beim Anstecken: Steck zuerst die Kupplung in die Außensteckdose am Fahrzeug. Sie sitzt meist an der Seite oder am Heck. Erst danach kommt der Stecker in die Säule, so beschreibt es pincamp.
  • Frankreich, Belgien, Polen, Tschechien: Dort gibt es oft Steckdosen mit einem Erdungsstift in der Mitte (Typ E). Dein Schuko-auf-CEE-Adapter braucht dann in der Mitte ein Loch. Fehlt es, passt er nicht und gehört laut promobil vor der Reise getauscht.
  • Schuko ist nicht verpolungssicher: Ein Schuko-Stecker lässt sich auch umgedreht einstecken, der blaue CEE-Stecker dagegen nur in einer Stellung. Wo es geht, nimm also die CEE-Dose an der Säule.

Wenn die Säule knapp abgesichert ist, kann die Aufbaubatterie einen Teil der Last übernehmen. Wie viel deine Batterie und Solaranlage abseits der Säule schaffen, rechnest du im Solarrechner durch.

Quellen

  1. promobil: Strom im Wohnmobil, Tipps gegen ÜberlastungAbsicherung in Deutschland meist 10 bis 16 A, in Südeuropa teils 3 A; 6 A = 1.380 W, 16 A = 3.680 W; Kühlschrank 175 W, Ladegerät 250 W; Anlaufstrom das Drei- bis Vierfache; typische Fehler; Kabel H07RN-F 3G2,5, max. 25 m.
  2. promobil: Camping-Stromversorgung mit CEECEE für 16 A; Thermosicherung an der Trommel Pflicht; Verteiler erhöhen die Leistung nicht; Trommel abrollen; Adapter für Schweiz, UK und Südeuropa.
  3. TCS: Stromversorgung auf dem CampingplatzAbsicherung 4 bis 16 A; 2,5 mm² Querschnitt; 25-m-Trommel; in einigen Ländern max. 25 m vorgeschrieben; Trommel vollständig abrollen.
  4. Fritz Berger: So funktioniert die Stromversorgung am CampingplatzAbsicherung 4, 6, 10 oder 16 A; Formel Watt durch Volt; Wasserkocher 850 W, Kaffeemaschine ab 1.500 W; Anlaufstrom; Heizung nicht parallel zu Großverbrauchern.
  5. pincamp (ADAC): CEE-Stecker beim CampingCEE blau, dreipolig, IEC 60309; Kabel H07RN-F, 2,5 mm², max. 25 m; Adapter SEV 1011, UK, Schuko; aufgewickelte Trommel kann brennen. Schuko-Kabel per Adapter als Fahrzeugzuleitung nicht zulässig, Schuko-auf-CEE-Adapter an reinen Schuko-Säulen aber nötig.
  6. Brennenstuhl Hilfebereich: Schuko-Abzweig an der Camping-KabeltrommelDIN VDE 0100-708:2010 verlangt an Stellplatzsteckdosen RCD max. 30 mA plus Überstromschutz; DIN VDE 0100-721 für den Caravananschluss; zusätzlicher PRCD optional. Anforderungen an das Anschlusskabel: CEE-Stecker und -Kupplung, H07RN-F oder H05RN-F, höchstens etwa 25 m, mindestens 2,5 mm² bei 16 A.
  7. DIN Media: DIN VDE 0100-708 (Ausgabe 2010-02)Aktuelle Ausgabe; Änderung gegenüber 2006: ein RCD mit max. 30 mA darf nur noch eine Steckdose schützen.
  8. Fritz Berger: So funktioniert eine Truma CombiCombi E mit elektrischen Heizstäben, Stufen 900 W (3,9 A) und 1.800 W (7,8 A), wählbar nach Absicherung des Platzes.
  9. promobil: Wenn der CEE-Stecker nicht passt, Landstrom-Adapter für Europa (18.08.2026)Typ-E-Dosen mit Erdungsstift in Frankreich, Belgien, Polen, Tschechien; Adapter ohne Mittelloch tauschen; Schuko an Typ F nicht verpolungssicher, CEE nur in einer Position steckbar. Empfiehlt ein CEE-Kabel mit mindestens 25 m, weil kürzere Kabel auf großen Plätzen oft nicht bis zur Säule reichen.
  10. promobil: Wohnwagen richtig an 230-V-Strom anschließen (aktualisiert 05.08.2021)Norm erlaubt höchstens 25 m Anschlusskabel, Kabel nicht aneinanderstecken; Trommel ganz abrollen.

Quellen am 13.10.2026 geprüft. Regeln, Preise und Fristen ändern sich, verlass dich bei Recht und Sicherheit auf die Prüfstelle oder Fachkraft.