Das Wichtigste in drei Punkten
- Eine 4-kW-Gasheizung braucht laut Truma 160 bis 335 g Gas pro Stunde, eine 11-kg-Flasche hält laut ADAC bei Kälte meist nur drei bis vier Tage.
- Im Frost funktioniert nur Propan zuverlässig, Butan verdampft unter etwa minus 1 °C nicht mehr.
- Lithium-Batterien darfst du unter 0 °C nicht ohne Heizung laden, und PV liefert im Dezember laut PVGIS nur einen Bruchteil des Sommerertrags.
Die kurze Antwort
Bei minus 10 °C solltest du mit 3 bis 5 kg Gas pro Tag rechnen. Dazu kommen etwa 350 Wh Strom allein für das Gebläse und die Steuerung der Heizung. Im Dezember liefert deine Solaranlage davon nur einen kleinen Teil.
Gasverbrauch der Heizung
Eine verbreitete Gas-Kombiheizung mit 4 kW braucht laut Truma 160 g Gas pro Stunde auf der kleinen Stufe mit 2 kW und 335 g pro Stunde auf voller Leistung. Wie oft und wie lange sie läuft, hängt von Außentemperatur, Dämmung und Fahrzeuggröße ab.
Für den ganzen Tag gibt es Erfahrungswerte. Der ADAC schreibt, dass eine 11-kg-Flasche bei niedrigen Temperaturen meist nur drei bis vier Tage reicht. Das sind etwa 2,75 bis 3,7 kg pro Tag. Pincamp rät, generell mit 3 bis 5 kg pro Tag zu planen. Bei minus 10 °C landest du eher am oberen Ende.
Propan oder Butan?
Im Frost zählt die Gassorte. Laut Pincamp siedet Propan bei minus 42 °C, Butan schon bei etwa minus 1 °C. Unterhalb davon verdampft Butan nicht mehr und bleibt flüssig in der Flasche. Die Heizung bekommt dann kein Gas, obwohl die Flasche noch halb voll ist. Klassisches Sommergas besteht oft zu 60 Prozent aus Butan. Im Winter brauchst du deshalb Flaschen mit reinem Propan oder einen Wintermix mit hohem Propananteil. Pincamp nennt 95 Prozent Propan und 5 Prozent Butan als gängige Wintermischung an deutschen Tankstellen.
Dieselheizung als Alternative
Eine Dieselluftheizung mit 2 kW verbraucht laut Webasto-Datenblatt 0,12 bis 0,24 Liter pro Stunde. Sie nimmt dabei 15 bis 30 W Strom auf. Läuft sie 24 Stunden durch, sind das 2,9 bis 5,8 Liter Diesel und 360 bis 720 Wh Strom. Der Vorteil: Sie zapft den Fahrzeugtank an, und die Gassorte spielt keine Rolle. Der Nachteil: Der Strombedarf ist eher höher als bei der Gasheizung.
Strombedarf im Winter
Auch die Gasheizung braucht Strom. Laut Truma zieht sie für Gebläse und Wasserbehälter im Mittel etwa 1,2 A an 12 V, kurzzeitig bis 6,5 A. Über 24 Stunden sind das knapp 29 Ah oder rund 350 Wh. Ein optionales Frostschutz-Heizelement am Ablassventil zieht laut Truma bis zu 0,4 A zusätzlich.
Ein weiterer Punkt ist die Batterie selbst. Lithium-Batterien geben laut promobil bis etwa minus 20 °C Strom ab. Laden darfst du sie unter 0 °C aber nicht ohne Heizung, sonst drohen dauerhafte Schäden. Das BMS sperrt das Laden dann meist. Batterien mit eingebauter Heizung lösen das Problem. Ein Datenblatt von Wattstunde nennt zum Beispiel ein Heizelement mit 8 A, das beim Laden unter minus 2 °C anspringt. Diese Energie fehlt dir dann für andere Verbraucher. Am besten baust du die Batterie im beheizten Innenraum ein.
Was liefert die Solaranlage im Dezember?
Sehr wenig. Laut PVGIS bringt 1 kWp flach auf dem Dach im Dezember in Mitteldeutschland im Schnitt nur 0,42 kWh pro Tag, im Raum München 0,71 kWh. Schräg nach Süden gestellt sind es in Mitteldeutschland 0,88 kWh. Schnee auf den Modulen senkt den Ertrag weiter auf null.
Rechenbeispiel: ein Wochenende bei minus 10 °C
Du hast zwei 11-kg-Propanflaschen, also 22 kg Gas. Bei angenommenen 4 kg pro Tag reicht das für 5,5 Tage. Zur Kontrolle: 4 kg in 24 Stunden sind im Schnitt etwa 167 g pro Stunde. Das passt zur kleinen Heizstufe von 160 g pro Stunde, die Truma angibt.
Beim Strom brauchst du rund 350 Wh für die Heizung. Für Licht, Handy und Kleinkram nehmen wir 300 Wh an. Zusammen sind das 650 Wh pro Tag. Deine 400-Wp-Anlage liegt flach auf dem Dach in Mitteldeutschland. Laut PVGIS liefert sie im Dezember etwa 168 Wh. Dir fehlen also rund 480 Wh pro Tag. Eine LiFePO4-Batterie mit 200 Ah speichert etwa 2.560 Wh. Damit kommst du rund fünf Tage ohne Nachladen aus, solange die Batterie warm genug steht.
Praktische Tipps
- Tanke im Winter nur Propan oder Wintergas mit hohem Propananteil.
- Nimm immer eine volle Reserveflasche mit.
- Plane den Strom ohne Solar. Alles, was die Sonne bringt, ist Bonus.
- Lade unterwegs per Ladebooster während der Fahrt oder am Landstrom.
Wie lange du mit deiner Ausstattung autark bleibst, siehst du auf unserer Seite zur Autarkie. Den Solarertrag im Winter kannst du mit unserem Solarrechner für deinen Standort durchrechnen.
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Quellen
- Truma Combi 4, technische Daten (UK)Gasverbrauch 160 bis 335 g/h, Stromaufnahme 12 V im Mittel ca. 1,2 A, kurzzeitig 6,5 A, FrostControl max. 0,4 A.
- Webasto Air Top 2000 STC, technische BeschreibungDiesel: 0,12 bis 0,24 l/h, 15 bis 30 W, Heizleistung 0,9 bis 2,0 kW.
- ADAC Autovermietung: Wintercamping gut vorbereitetEine 11-kg-Gasflasche reicht bei niedrigen Temperaturen meist nur drei bis vier Tage.
- Pincamp: Wintercamping-AusrüstungPlanungswert 3 bis 5 kg Gas pro Tag im Winter.
- Pincamp: Wintergas beim CampingSiedepunkte Propan minus 42 °C, Butan minus 1 °C; Sommergas oft 60 % Butan; Wintermix 95 % Propan, 5 % Butan.
- promobil: Warum Lithium-Akkus eine Heizung brauchenEntladen bis etwa minus 20 °C möglich, Laden unter 0 °C ohne Heizung schädlich, BMS sperrt meist.
- Wattstunde LIX24 150 LT, DatenblattHeizelement mit 8 A, aktiv beim Laden unter minus 2 °C, Heizbereich minus 20 bis 5 °C.
- PVGIS (EU JRC), Monatserträge DezemberDezember pro kWp: 0,42 kWh/Tag flach bei 51° N/10° O, 0,88 kWh/Tag bei 35° Neigung Süd, 0,71 kWh/Tag flach bei München (48,1° N), 14 % Verlust.