Das Wichtigste in drei Punkten
- Das Alter steht in den letzten vier Ziffern der DOT-Nummer: Woche und Jahr, etwa 1123 für Kalenderwoche 11 im Jahr 2023.
- Eine feste Sechs-Jahres-Grenze gilt nur für Anhängerreifen bei Tempo 100 nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO, also für den Wohnwagen, nicht für das Wohnmobil.
- Restprofil sagt bei Wohnmobilen wenig, weil die Mischung durch UV-Licht, Last und Standzeit altert. CP-Reifen sind für das hohe Gewicht ausgelegt.

Ein gesetzliches Höchstalter für Reifen am Wohnmobil gibt es in Deutschland nicht. Continental rät trotzdem, Wohnmobilreifen nach sechs, spätestens acht Jahren zu ersetzen, und zwar unabhängig vom Profil. Eine feste Altersgrenze schreibt das Recht nur für Anhänger mit Tempo-100-Zulassung vor.
Passend zu dieser Frage
- Neue Reifen mit aktueller DOT-NummerWohnmobilreifen bei Reifen.comReifen.com ansehen
- Preise vergleichen, oft mit Montage-PartnerReifen für Transporter, Vans und Camper bei Reifen24Reifen24 ansehen
- Nach langer Standzeit fehlt oft Luft, vor der Fahrt messenDigitaler ReifendruckprüferAuswahl bei Amazon
- Druck vor der ersten Fahrt der Saison auffüllen12-V-Reifenkompressor mit DruckanzeigeAuswahl bei Amazon
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Bei Partnerlinks erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.
So liest du das Alter ab
Auf der Reifenflanke steht die DOT-Nummer. Ihre letzten vier Ziffern geben Produktionswoche und Jahr an. Continental nennt als Beispiel „1123“, also Kalenderwoche 11 im Jahr 2023. Steht die Nummer nicht außen, sitzt sie auf der Innenseite des Reifens.
Was Gesetz und Hersteller sagen
| Quelle | Aussage |
|---|---|
| § 36 Abs. 3 StVZO | Mindestens 1,6 mm Profiltiefe im Hauptprofil. Ein Höchstalter steht dort nicht. |
| 9. Ausnahmeverordnung zur StVO, § 3 | Für Tempo 100 müssen die Reifen des Anhängers bei jeder Fahrt jünger als sechs Jahre sein und mindestens die Geschwindigkeitskategorie L haben. |
| Continental (2023) | Kein Reifen an einem Wohnmobil sollte älter als sechs, höchstens acht Jahre sein. |
| Michelin (Merkblatt für Reisemobilreifen) | Ab fünf Jahren mindestens jährlich vom Fachbetrieb prüfen lassen, nach zehn Jahren ersetzen, auch das Ersatzrad. |
Die Empfehlungen widersprechen sich nur scheinbar. Michelin setzt die äußerste Grenze, Continental zielt auf Wohnmobile mit hoher Last und langen Standzeiten. Für einen 3,5-Tonner, der viel steht und voll beladen fährt, halten wir sechs bis acht Jahre für den realistischen Rahmen.
Bei der Hauptuntersuchung zählt der Zustand, nicht das Datum. Ein Meisterbetrieb beschreibt, dass Risse, die das Gewebe freilegen, als erheblicher Mangel gelten. Feine Haarrisse an der Flanke sind ein Warnzeichen, lange bevor die Plakette in Gefahr ist.
Warum Wohnmobilreifen schneller altern
Wohnmobile fahren selten bis zur Verschleißgrenze. Continental hält das Restprofil deshalb für keinen verlässlichen Hinweis: Die Gummimischung altert durch UV-Licht und Dauerlast, auch wenn das Fahrzeug steht. Lange Standzeiten im Winter beschleunigen das. Der ADAC beobachtet außerdem, dass Reifen an lange abgestellten Fahrzeugen oft zu wenig Luft haben.
Reifen mit der Kennung CP (Camping Pneu) sind laut Continental auf das hohe Gewicht an der Hinterachse ausgelegt und vertragen einen höheren Fülldruck, was Standverformungen entgegenwirkt. Der Hersteller empfiehlt, beim Wechsel nach Möglichkeit CP-Reifen zu wählen.
Rechenbeispiel
Angenommen, auf deinem Wohnmobil steht DOT 2219. Der Reifen stammt aus Kalenderwoche 22 im Jahr 2019. Im Oktober 2026 ist er knapp siebeneinhalb Jahre alt.
- Continental-Empfehlung: sechs Jahre sind seit Mai 2025 überschritten, die Obergrenze von acht Jahren erreicht er im Mai 2027.
- Michelin-Empfehlung: Er ist über fünf Jahre alt, also jährliche Prüfung beim Fachbetrieb.
- Gesetz: Solange das Profil mindestens 1,6 mm hat und keine Schäden sichtbar sind, ist er zulässig.
Unsere Einschätzung: Vor der nächsten Saison tauschen, spätestens vor einer langen Sommertour mit voller Beladung. Ziehst du einen Wohnwagen mit DOT 4120, endet die Tempo-100-Berechtigung im Oktober 2026, weil die Reifen dann sechs Jahre alt sind. Du darfst dann nur noch 80 km/h fahren.
Auch beim Kauf zählt das Datum. Wer im Herbst 2026 einen Reifen mit DOT 0324 montiert bekommt, hat schon zweieinhalb Jahre seiner empfohlenen Lebensdauer verloren. Lass dir das Datum vor der Montage zeigen.
Praxistipps für die Standzeit
- Bock das Mobil für den Winter auf oder fahr die Hubstützen aus, wenn du welche hast. Geht das nicht, erhöhst du den Luftdruck. Wie stark, sagen die Quellen unterschiedlich: Continental rät, bis zum maximal zulässigen Druck aufzufüllen, promobil nennt etwa 0,5 bar mehr, Michelin bei mehr als einem Monat Standzeit etwa 0,2 bar über dem empfohlenen Kaltdruck. Gemeinsam ist allen: mehr Druck als im Fahrbetrieb, aber nie über den Höchstwert auf der Reifenflanke. Steht das Mobil den ganzen Winter, liegst du mit dem Continental-Weg gegen Standplatten auf der sicheren Seite. Bewege das Fahrzeug mindestens einmal im Monat ein Stück, prüf den Druck monatlich (Michelin rechnet mit etwa 0,1 bar Verlust pro Monat) und stell ihn vor der ersten Fahrt wieder nach Tabelle ein.
- Park im Schatten. Direkte Sonne lässt Reifen bei langen Standzeiten schneller altern. Im Winter rät Michelin zu Keilen unter den Rädern, damit die Reifen nicht direkt auf kaltem Beton oder Stein stehen.
- Vor der Saison suchst du Lauffläche und Flanken ab. Beulen, Steinschnitte oder ausgebrochene Profilblöcke gehören in die Werkstatt. Schlag dazu die Lenkung ganz ein, dann siehst du auch die Innenseite der Vorderreifen.
Typische Fehler
- Nach Profil statt nach Alter urteilen. Diesen Fehler nennt Continental ausdrücklich.
- Luftdruck vom Basisfahrzeug übernehmen. Der ADAC fand heraus, dass die oft empfohlenen 4,5 bar an der Hinterachse für die maximale Traglast gedacht sind. Für 3,5-Tonner reichen meist 3,8 bis 3,9 bar, abhängig von der echten Achslast und der Tabelle des Reifenherstellers.
- Nach dem Winter einfach losfahren. Continental rät, nach der Standzeit Druck am kalten Reifen und die Flanken auf Schäden zu prüfen.
- Überladung unterschätzen. Laut ADAC belastet jedes Kilo mehr Reifen und Bremsen, das Risiko von Reifenplatzern steigt vor allem bei Hitze und hohem Tempo.
- Ersatzrad vergessen. Michelin bezieht die Zehn-Jahres-Grenze ausdrücklich auf das Reserverad.
Quellen
- Continental: Wohnmobil-Check (Pressemitteilung 2023)Wohnmobilreifen nicht älter als sechs, maximal acht Jahre; DOT-Beispiel 1123; Restprofil kein Maßstab; CP-Reifen empfohlen; Überladung vermeiden.
- Continental: Reifen für CamperCP-Reifen für höheren Fülldruck an der Hinterachse gegen Standverformungen, sechs bis acht Jahre, Alterung durch UV und Dauerlast.
- Michelin Technical Bulletin: Service Life for RV Tires (2018)Ab fünf Jahren jährlich prüfen, nach zehn Jahren ersetzen inklusive Ersatzrad.
- 9. Ausnahmeverordnung zur StVO (gesetze-im-internet.de)§ 3: Anhängerreifen für Tempo 100 jünger als sechs Jahre und mindestens Geschwindigkeitskategorie L.
- § 36 StVZO (gesetze-im-internet.de)Abs. 3: Hauptprofil mindestens 1,6 mm; keine Altersgrenze.
- ADAC: Camper, richtiger Reifendruck4,5 bar der Basisfahrzeughersteller für maximale Traglast, für 3,5-Tonner meist 3,8 bis 3,9 bar; lange abgestellte Fahrzeuge oft mit zu wenig Druck.
- ADAC: Überladung WohnmobilMehr Gewicht belastet Reifen und Bremsen, höheres Risiko von Reifenplatzern.
- Kfz-Meisterbetrieb Dietrich: Reifenalter und DOT-NummerKeine gesetzliche Altersgrenze außer bei Anhängern mit Tempo 100; Risse mit freiliegendem Gewebe gelten bei der HU als erheblicher Mangel.
- Continental: Reifenpflege und -wartung bei WohnmobilreifenBei langen Standzeiten aufbocken, sonst maximalen Luftdruck einfüllen und mindestens 1x im Monat bewegen
- Continental: Pressemitteilung zum Start in die Campingsaison (08.04.2024)Direkte Sonne beschleunigt Alterung; Kontrolle auf Beulen, Steinschnitte, fehlende Profilblöcke
- Michelin: Tipps für CamperreifenSchattiger Parkplatz im Sommer, Keile gegen kalten Boden im Winter
- promobil: Wohnmobil im Freien überwintern (19.10.2025)Hubstützen nutzen, um Reifen zu entlasten
- Michelin: Wie du mit Flatspotting bei Reifen umgehstBei mehr als einem Monat Standzeit etwa 0,2 bar über den empfohlenen Kaltdruck, vor der Fahrt zurückstellen; Druckverlust etwa 0,1 bar pro Monat; bei sehr langer Standzeit aufbocken.