Kauf und Prüfung

Was kostet die Versicherung fürs Wohnmobil?

5 Min. Lesezeit · 12 Quellen · Stand Oktober 2026

Kurz gesagt: Meist rund 80 Euro für die reine Haftpflicht bis über 900 Euro mit Vollkasko im Jahr, bei neuen, teuren Mobilen mehr. Ein Saisonkennzeichen senkt den Beitrag.

Das Wichtigste in drei Punkten

  • Grobe Spannen: Haftpflicht ab rund 80 Euro, Teilkasko meist 200 bis 500 Euro, Vollkasko 500 bis über 1.500 Euro im Jahr (Finanztip, Autozeitung).
  • Zwischen günstigstem und teuerstem Tarif liegen schnell über 2.000 Euro. Vergleichen lohnt sich, der Fahrzeugwert samt Einbauten treibt den Preis.
  • Mit Saisonkennzeichen zahlst du nur die zugelassenen Monate, Haftpflicht und Teilkasko laufen in der Ruhezeit auf privatem, abgegrenztem Gelände weiter.
Symbolbild zur Frage: Was kostet die Versicherung fürs Wohnmobil?
Symbolbild, mit KI erstellt.

Für ein Wohnmobil zahlst du je nach Deckung und Fahrzeug meist zwischen rund 80 und über 1.500 Euro im Jahr. Die Autozeitung nennt als grobe Spannen 150 bis 600 Euro für die Haftpflicht, 300 bis 800 Euro mit Teilkasko und 500 bis über 1.500 Euro mit Vollkasko. Ein konkretes Angebot kann deutlich darunter liegen, wie das Beispiel der Allianz unten zeigt.

Die drei Bausteine

BausteinWas abgedeckt istSpanne laut AutozeitungAllianz-Beispiel
HaftpflichtSchäden, die du anderen zufügst. Ohne sie keine Zulassung.150 bis 600 €ab 79 €
TeilkaskoFeuer, Diebstahl, Sturm, Hagel, Glas, Zusammenstoß mit Tieren300 bis 800 €ab 210 €
Vollkaskozusätzlich selbst verschuldete Unfälle und Vandalismus500 bis über 1.500 €ab 273 €

Das Allianz-Beispiel beruht auf einem Angebot vom 8. Juni 2026: ein Wohnmobil mit 17.000 Euro Kaufpreis und Erstzulassung 2006, Saisonkennzeichen April bis September, Schadenfreiheitsklasse 20 und 5.000 km im Jahr. Das ist ein günstiger Fall. Ein neuerer Teilintegrierter mit einer jungen SF-Klasse liegt schnell im oberen Bereich der Spannen.

Zum Umfang: Der ADAC deckt in seiner Haftpflicht bis 100 Millionen Euro pro Schadenfall ab, je verletzter Person bis 15 Millionen Euro. In der Teilkasko zählen dort Kollisionen mit Tieren aller Art, nicht nur mit Wild. Bei Totalschaden oder Diebstahl zahlt der ADAC-Tarif in den ersten 24 Monaten den Kaufpreis. Laut Autobild zahlen Standardtarife oft nur 12 oder 24 Monate lang den Neuwert, danach den Zeitwert.

Was Vergleiche und Auswertungen zeigen

Ein Durchschnittspreis hilft dir wenig, weil die Beiträge stark streuen. Drei Auswertungen zeigen, wie weit:

  • Finanztip, Auswertung von Vergleichsportalen (April 2026): Finanztip hat für zwölf Musterkunden Beiträge bei Vergleichsportalen und einem Maklerprogramm abgefragt, sechs davon mit Saisonkennzeichen von April bis Oktober. Die günstigsten Angebote reichten von rund 80 Euro im Jahr für die reine Haftpflicht bis über 900 Euro mit Vollkasko. Die Teilkasko lag meist bei rund 200 bis 500 Euro, bei einem Profil mit hoher Schadenfreiheitsklasse zwischen 280 und 890 Euro.
  • promobil-Tarifvergleich (Preise von Oktober 2021): Für drei neue Reisemobile mit Haftpflicht und Vollkasko lag der günstigste Beitrag bei 468 Euro für einen Pössl-Kastenwagen (Grundpreis 50.000 Euro, Tarif mit Einschränkungen), 583,64 Euro für einen Hymer-Teilintegrierten (65.000 Euro) und 724,95 Euro für einen Carthago-Integrierten (105.000 Euro). Der teuerste Anbieter verlangte für den Kastenwagen 2.719,35 Euro und für den Integrierten 4.255,88 Euro. Die Preise sind älter, die Spanne zeigt aber, was ein Vergleich bringen kann.
  • Stiftung Warentest (April 2025): In ihrer Beispielrechnung lagen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif 3.028 Euro.

Eine eigene Auswertung von Check24 zu Wohnmobilbeiträgen haben wir nicht gefunden. Verivox hat eine Auswertung zum Saisonkennzeichen veröffentlicht, mehr dazu weiter unten.

Was den Beitrag bestimmt

  • Schadenfreiheitsklasse und Regionalklasse, wie beim Pkw.
  • Fahrzeugtyp. Laut Autozeitung sind Liner auf Lkw-Fahrgestell am teuersten, Integrierte teurer als kompakte Campingbusse.
  • Fahrerkreis und Alter. Jeder weitere Fahrer kostet meist mehr, auch das Alter der Fahrer zählt (Finanztip).
  • Fahrzeugwert. Gezählt wird der Wert samt fest eingebauter Ausstattung wie Markise, Solaranlage oder Ausbau. Je höher der Neupreis, desto höher die Versicherungssumme und damit der Beitrag (Finanztip, promobil).
  • Fahrleistung und Nutzung. Wer wenig fährt, etwa unter 5.000 oder 10.000 km im Jahr, und das Mobil nur privat nutzt, bekommt oft Rabatt (Finanztip).
  • Zweitwagenregelung. Manche Versicherer stufen das Wohnmobil günstiger ein, wenn dein Auto schon bei ihnen versichert ist (Finanztip).
  • Abstellort. Eine Halle oder ein fester privater Platz senkt den Beitrag.
  • Selbstbeteiligung und Fahrleistung. Die Allianz nennt Selbstbeteiligung und SF-Klasse ausdrücklich als Preisfaktoren. ADAC-Mitglieder bekommen laut ADAC bis zu 10 Prozent Rabatt, promobil nennt für Clubmitglieder 10 bis 15 Prozent.
  • Alter des Fahrzeugs. Als Faustregel nennt promobil: bis etwa fünf Jahre Vollkasko, danach reicht oft die Teilkasko.

Saisonkennzeichen und Inhalt

Mit Saisonkennzeichen zahlst du nur für die zugelassenen Monate. In der Ruhezeit laufen Haftpflicht und Teilkasko nach Angaben des Versichererverbands GDV beitragsfrei weiter. Bedingung ist, dass das Fahrzeug in einer Garage oder auf einem Platz steht, der durch Zaun, Hecke oder Mauer abgegrenzt ist. Ein offener Parkplatz an der Straße reicht nicht.

Wie viel du sparst, hängt von der Länge der Saison ab, denn der Beitrag wird anteilig für die zugelassenen Monate berechnet (Finanztip). Verivox nennt in einer Auswertung bis zu ein Drittel weniger gegenüber einem ganzjährigen Kennzeichen. Gerechnet ist das allerdings an Cabrio-Beispielen mit acht Monaten Saison, nicht an Wohnmobilen. Die Saison muss mindestens zwei und höchstens elf volle Monate lang sein. Für deine Schadenfreiheitsklasse zählt das Jahr laut Verivox nur, wenn das Kennzeichen mindestens sechs Monate gilt. Ob sich das mit Steuer und Ruhezeit für dich lohnt, steht unter Lohnt sich ein Saisonkennzeichen?

Deine Sachen im Fahrzeug sind über die Kasko nicht versichert. Dafür gibt es eine Inhaltsversicherung, die laut Autozeitung bei etwa 75 bis 80 Euro im Jahr beginnt. Autobild nennt für solche Tarife meist Versicherungssummen bis 20.000 Euro Neuwert.

Rechenbeispiel: nachgerüstetes Zubehör

Fest verbautes Zubehör ist in der Kasko meist nur bis zu einer Obergrenze mitversichert. Autobild nennt dafür üblicherweise 5.000 bis 10.000 Euro. Angenommen, du rüstest nach dem Kauf auf:

  • Solaranlage 1.800 €
  • Lithiumbatterie 2.500 €
  • Markise 1.400 €
  • Sat-Anlage 1.200 €
  • Fahrradträger 600 €

Das sind 7.500 Euro. Liegt die Zubehörgrenze deines Tarifs bei 5.000 Euro, bleiben bei einem Totalschaden 2.500 Euro an dir hängen. Wurden die Teile gar nicht gemeldet, kann laut Autobild der gesamte Betrag offen bleiben, weil manche Tarife nur Serienausstattung abdecken.

Typische Fehler

  • Nachrüstungen nicht melden. Autobild rät, jede Nachrüstung zu dokumentieren und dem Kaskoversicherer zu melden. Rechnungen und Fotos helfen im Schadenfall.
  • Neuwertfrist übersehen. Wer nach drei Jahren einen Totalschaden hat, bekommt in vielen Tarifen nur noch den Zeitwert.
  • In der Ruhezeit auf der Straße parken. Nach den GDV-Musterbedingungen kann der Versicherer dann leistungsfrei sein. Wer außerhalb der Saison fährt oder im öffentlichen Raum abstellt, riskiert zusätzlich Bußgeld.
  • Lose Gegenstände für versichert halten. E-Bikes, Laptop und Campingmöbel ersetzt die Kasko nicht.

Vergleichen lohnt sich. Stiftung Warentest bietet einen Tarifvergleich für Wohnmobile an, der auch Saisonkennzeichen berücksichtigt. Kompakte Campingbusse sind laut Warentest oft als Pkw zugelassen und laufen dann über den normalen Kfz-Vergleich.

Versicherung, Steuer und Wertverlust zusammen entscheiden, ob sich ein eigenes Fahrzeug rechnet. Probier deine Zahlen im Rechner Miete oder Kauf aus.

Quellen

  1. Autozeitung: Wohnmobil-VersicherungPreisspannen für Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko und Inhaltsversicherung, Einflussfaktoren, Hinweise zur Ruheversicherung.
  2. Allianz: WohnmobilversicherungBeispielangebot vom 08.06.2026: Haftpflicht ab 79, Teilkasko ab 210, Vollkasko ab 273 Euro (17.000 Euro, EZ 2006, Saison April bis September, SF 20, 5.000 km).
  3. ADAC: Wohnmobil- und WohnwagenversicherungDeckungssummen 100 Mio. Euro und 15 Mio. Euro je Person, Leistungen Teil- und Vollkasko, Kaufpreisentschädigung 24 Monate, bis 10 Prozent Mitgliederrabatt, Camperinhaltsschutz.
  4. Autobild: Wohnmobil-Versicherung, was wirklich abgesichert istZubehörgrenze meist 5.000 bis 10.000 Euro, Nachrüstungen melden, Neuwert oft nur 12 oder 24 Monate, Inhaltsversicherung bis 20.000 Euro.
  5. GDV / Die Versicherer: SaisonkennzeichenBeitragsfreie Ruheversicherung mit Haftpflicht und Teilkasko bei Abstellung in Garage oder umfriedetem Platz.
  6. Stiftung Warentest: Kfz-Versicherung für WohnmobileTarifvergleich für Wohnmobile auch mit Saisonkennzeichen, Campingbusse oft als Pkw zugelassen.
  7. Finanztip: Wohnmobilversicherung, Vergleich und Auswertung (Stand 31.03.2026)Auswertung mit zwölf Musterkunden, sechs mit Saisonkennzeichen April bis Oktober; rund 80 Euro Haftpflicht bis über 900 Euro Vollkasko; Einflussfaktoren Fahrleistung, Fahreralter, Fahrzeugwert mit Einbauten, Zweitwagenregelung; Beitrag anteilig bei Saisonkennzeichen.
  8. Finanztip: Pressemitteilung Wohnmobilversicherung (07.04.2026)Beiträge bei Vergleichsportalen und Maklertool Nafi-Auto erhoben; Teilkasko rund 200 bis 500 Euro, bei hoher SF-Klasse 280 bis 890 Euro; Vollkasko über 900 Euro.
  9. promobil: Versicherung für Campingfahrzeuge, Tarif-Vergleich (Preise Oktober 2021, aktualisiert 15.11.2022)Haftpflicht und Vollkasko für drei neue Reisemobile: Pössl Summit 600 468 bis 2.719,35 Euro, Hymer Exsis 583,64 bis 1.375,51 Euro, Carthago Chic 724,95 bis 4.255,88 Euro.
  10. promobil: Wohnmobil-Versicherung günstiger als Pkw? (25.09.2026)Clubrabatt 10 bis 15 Prozent, Faustregel Vollkasko bis etwa fünf Jahre, Neupreis erhöht Versicherungssumme und Prämie.
  11. Stiftung Warentest: Wohnmobilversicherungen im Vergleich (11.04.2025)Beispielrechnung: 3.028 Euro zwischen günstigstem und teuerstem Tarif.
  12. Verivox: Kfz-Versicherung mit SaisonkennzeichenAuswertung: bis zu ein Drittel weniger als mit Ganzjahreskennzeichen (Beispiele mit Cabrios, acht Monate); Saison 2 bis 11 volle Monate; SF-Jahr erst ab sechs Monaten; Ruheversicherung auf privatem Gelände.

Quellen am 13.10.2026 geprüft. Regeln, Preise und Fristen ändern sich, verlass dich bei Recht und Sicherheit auf die Prüfstelle oder Fachkraft.